Aus der MZ vom 11.01.2016

Ins neue Jahr mit bewährter Tradition

Die christliche Bauernbruderschaft setzte mit dem Bauernjahrtag, mit Gebet und Tanz, das erste Ausrufezeichen in Neustadt. 

von Wolfgang Abeltshauser

  Mit einem Fahnenzug begann der Bauernjahrtag. Foto: Abeltshauser

Neustadt. Seit Generationen stellt der Bauernjahrtag das erste große gesellschaftliche Ereignis in Neustadt im Jahr dar. Immer am zweiten Samstag im Januar lädt die christliche Bauernbruderschaft die benachbarten Bruderschaften und Neustädter Vereine zu Gebet, Schmaus und Tanz ein. Pfarrer Johannes Hofmann sprach im Festgottesdienst von „einer guten Tradition“.

Auch dieses Jahr nahmen immerhin 17 Vereine mit ihren Fahnenabordnungen teil. Darunter waren die Bauernbruderschaften aus Abensberg und Rohr. Beim Kirchenzug durch die Neustädter Innenstadt gingen auch Größen aus Gesellschaft und Politik mit – unter anderem die Abgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer und Martin Neumeyer. Vorne weg marschierte die Kapelle „Ochsentreiber“ und blies den Marsch. Sie hatte eine Hauptrolle dann auch beim folgenden Gottesdienst, den sie musikalisch gestalteten. Den Gesang übernahm der Landfrauenchor. Und beim weltlichen Teil der Feier waren die Musiker wieder zu hören.

Worte für das Gewissen

Aber erst einmal ging es in die Kirche zum Festgottesdienst. Seit jeher ist das der erste Höhepunkt des Bauernjahrtags. Im gut gefüllten Gotteshaus nahm Pfarrer Johannes Hofmann die Möglichkeit wahr, der Gesellschaft ins Gewissen zu reden. „Die reichen Industriestaaten haben auf Kosten der armen Länder gelebt.“ Das sagte er mit Blick auf den gerade zu Ende gegangenen Klimagipfel. Dessen ermutigende Ergebnisse er lobte. Das Klima in den Griff zu bekommen, sei wichtig. Denn es gelte, die Schöpfung Gottes zu bewahren.

So war Hofmann bei den Menschen angekommen. Auch unter denen sei ein Klimawandel zu beobachten. Oftmals herrschten unter den Menschen eisige Temperaturen; es fehle am Respekt für den Nächsten. Für Christen sei die Marschroute aber klar: Es müssen in Hofmanns Augen Brücken gebaut und keine Gräben gezogen werden.

Das gelte auch bei der Flüchtlingsfrage. So manche Stammtischparole mache ihm Angst. „Ich rufe zu einem Klimagipfel für uns alle auf.“ Herzlichkeit und Liebe seien die Maßstäbe für einen Christenmenschen. Denn die Liebe zu Gott und den Nächsten seien die wichtigsten Gebote.

Das Tanzbein wurde geschwungen

Mit diesen Worten schickte Hofmann die Teilnehmer in den Bürgersaal, wo der weltliche Part des Jahrtags stattfand. Dort durften sich alle erst einmal mit Getränken und Speisen stärken, um die kommenden Stunden gut zu bewältigen. Am Nachmittag dann spielten die Ochsentreiber zünftig auf.

Danach folgte ein weiterer Höhepunkt. Wieder gab es einen Jahrtagsball. Die Formation „Black Birds“ spielte zum Tanz auf. Außerdem freuten sich die Teilnehmer über die Aufführungen der Marchinger Showgirls und der Neustädter Prinzengarde.


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