Aus dem Bericht der MZ vom 29.12.2014

Bischof Rudolf segnet über 100 Kinder

Der Diözesanbischof besuchte am Zweiten Weihnachtsfeiertag die Pfarreiengemeinschaft Neustadt-Mühlhausen und segnete das Haus der Ordensschwestern.

VON JOCHEN DANNENBERG

NEUSTADT/MÜHLHAUSEN. Dieses Weihnachten war für die Katholiken in Mühlhausen und Neustadt keines der üblichen Weihnachtsfeste: Am Zweiten Weihnachtstag besuchte der Regensburger Bischof Rudolf die Pfarreiengemeinschaft Neustadt-Mühlhausen. Ein erster Höhepunkt des Pastoralbesuchs war die Kindersegnung in der Pfarrkirche St. Vitus in Mühlhausen. Mehr als 100 Kinder nahmen daran teil.

Bischof Rudolf erinnerte in seiner Predigt vor 300 Gläubigen an den bekannten Satz aus der Bibel „Lasset die Kinder zu mir kommen“. Das Oberhaupt des Bistums erläuterte, dass damit der Hinweis an die Erwachsenen sei, wer das Reich Gottes nicht annehme, als wäre er ein Kind, der werde in dieses Reich nicht hineinkommen. „Das ist durchaus bemerkenswert“, stellte der Bischof gegenüber den Kindern fest, „normalerweise heißt es in unserer Welt doch genau andersrum: Wenn ihr nicht wie die Erwachsenen werdet, dann ...“

Nach dem Gottesdienst fand eine Begegnung der Gläubigen mit dem Diözesanbischof im neuen Pfarrheim in Mühlhausen statt.
Bischof Rudolf segnete in der Pfarrkirche St. Vitus in Mühlhausen mehr als 100 Kinder. Foto: Dannenberg

Anschließend betete der Bischof mit den Bewohnern des Altenheims in der Altenheimkapelle St. Josef in Neustadt die Vesper. Zu den Senioren sagte er: „Sie haben in ihrem Leben wahrscheinlich genug gearbeitet.“ Für viele Menschen bedeute dies, dass sie nicht mehr mit ihren Händen arbeiten müssten. Gleichwohl komme den Händen auch weiter eine wichtige Aufgabe zu. „Noch viel wichtiger als das, was unsere Hände arbeiten können, ist das, was unsere gefalteten Hände beten können“, sagte der Bischof.

Bischof Rudolf bei der Predigt. Foto: Schott
Schließlich begann um 19 Uhr ein festlicher Pontifikalgottesdienst in der voll besetzten Neustädter Stadtpfarrkirche St. Laurentius anlässlich der Einführung der Ordensfrauen Schwester Maria Regis und Schwester Annette in Neustadt. An diesem Gottesdienst nahmen u.a. die ersten Bürgermeister von Neustadts und Velburg, Thomas Reimer und Bernhard Kraus, sowie Schwester Chiara, Provinzoberin der Schwestern vom Heiligen Kreuz, teil. Die beiden Ordensschwestern Maria Regis und Annette hatten bis vor kurzem in der oberpfälzischen Stadt Velburg gewirkt.
Bischof Rudolf würdigte in seiner Predigt das Wirken des Heiligen Stephanus. Er gilt als erster christlicher Märtyrer, dessen Gedenktag am 26. Dezember gefeiert wird. Der Heilige Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem. Er stehe u.a. für Verkündigung und ursprünglich Gehilfen auch für die Leitung der gemeinsamen Mahlzeiten und damit der caritativen Arbeit der Kirche.
Weiter betonte das Oberhaupt der Katholiken im Bistum Regensburg die Bedeutung des Gebets. „Den größten Dienst, den wir als Christen leisten können, ist das Gebet, das Zeugnis für den lebendigen Gott“, sagte er.
Und zur Einführung der Schwestern vom Heiligen Kreuz, die an diesem Tag begangen wurde, stellte Bischof Rudolf fest: „Sie repräsentieren den Grundauftrag der Kirche, wie er vom Heiligen Stephanus vorgelebt wurde.“ Der Bischof dankte den Schwestern für ihre Bereitschaft, in der Pfarrei mitzuhelfen und betonte, es könne nichts schöneres geben, als eine lebendige Kommunität zu eröffnen. Das gelte umso mehr, als das dies im „Jahr des geweihten Lebens“ stattfinde, das Papst Franziskus am Ersten Advent ausgerufen hatte. Damit würdigt die katholische Kirche die Rolle religiöser Orden und Gemeinschaften in Kirche und Welt.


Segnung des Schwesternwohnhauses. Fotos: Schott
Nach dem Gottesdienst, der vom Kammerchor und Kammerorchester der Pfarrei St. Laurentius unter Leitung von Reinhold Furtmeier musikalisch begleitet wurde, segnete der Bischof das Haus, in dem die Schwestern wohnen. Der Abend klang aus mit der Begegnung aller Gläubigen mit dem Bischof, den Ordensfrauen und der Ordensleitung im Pfarrheim. 17 Jahre, nachdem die letzten Ordensschwestern Neustadt verlassen haben, leben damit wieder Ordensschwestern in der Stadt.

Im Pfarrheim. Foto: Schott
Dass die Schwestern in Neustadt ein neues Zuhause gefunden haben, ist alles andere als Zufall. Schwester Maria Regis, bisher Oberin, und Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann kennen sich bereits seit 1999. Als die Pläne für die Aufgabe des Ordensstandorts Velburg bekannt wurden, sprachen die beiden miteinander. Das Gespräch soll kurz gewesen sein und wird folgendermaßen überliefert: Schwester Maria Regis soll zu Pfarrer Hofmann gesagt haben: „Wir sind zwei Schwestern auf Herbergssuche.“ Worauf Hofmann antwortete: „Dann kommt doch zu uns.“

Erinnerungen