Aus der MZ vom 06.12.2016

Diener sein als Freunde Jesu Christi

Weihe "Sechs Helfer im Glauben", darunter Diakon Peter Stier aus Marching, erlebten ihren persönlichen Festtag mit Diözesanbischof Rudolf Voderholzer in Cham.

VON ALOIS DACHS

Cham/Neustadt. Einen Festtag der ganz besonderen Art feierten am Samstag fünf Diakone aus der Diözese Regensburg und ein Prämonstra- tenser-Frater aus dem Kloster Speinshart in der Chamer Pfarrkirche St. Jakob. Von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erhielten sie bei einem festlichen Gottesdienst die Diakonweihe, viele Gläubige feierten mit den künftigen Dienern im Glauben. Den Heiligen Franz Xaver, dessen Patronatstag am 3. Dezember gefeiert wird, stellte der Bischof als Beispiel für den Missionseifer heraus, der heute auch vor der eigenen Haustür nötig sei.



Der Bischof erinnert an Franz Xaver

Die Weihekandidaten Florian Frohnhöfer, Stefan Leopold Hackenspiel, Thomas Meier, Daniel Schmid, Peter Stier und Frater Johannes Bosco Florian Ernstberger zogen in Begleitung von Regens Martin Priller vom Priesterseminar Regensburg und zahlreicher Geistlicher aus den Heimatpfarreien und dem gesamten Bistum unter feierlicher Orgelmusik in die Pfarrkirche St. Jakob in Cham ein, wo Pfarrer Dieter Zinecker besonders Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer und Abt Hermann Josef Kugler von der Prämonstratenser-Abtei Speinshart begrüßte.
Der Diözesanbischof dankte in seiner Begrüßung vor allem den Heimatpfarreien der angehenden Diakone, die den „geistlichen Nährboden“ für den Dienst im Glauben bereitet hätten. Danach stellte Regens Martin Priller vom Priesterseminar der Diözese die Weihekandidaten einzeln dem Bischof vor, die ihre Bereitschaft zum Dienst in der Kirche mit den Worten „Hier bin ich!“ bekundeten. In seiner Predigt stellte der Diözesanbischof den Heiligen Franz Xaver als großes Vorbild für die Probanden heraus. Der 1506 als Sohn einer baskischen Adelsfamilie geborene Missionar sei durch seine Freundschaft mit Ignatius von Loyola zum Mitbegründer des Jesuitenordens geworden und habe viele Jahre in Indien und „Fernasien“ als Missionar gewirkt. 1552 sei er im Alter von 46 Jahren in China gestorben, „arm, aber reich an Erfahrung“, die er im Dienst an den Menschen erworben habe.
Im Jahr der Heiligsprechung von Franz Xaver (1622) seien auch die ersten Jesuiten nach Cham gekommen und hätten zu der Zeit, als die Pest wütete, unglaublich viel für die Menschen geleistet, sagte der Bischof.

Der Oberhirte der Diözese wünschte den Diakonen, dass sie Kraft aus dem Glauben und dem Gebet schöpfen können, um anderen Menschen beizustehen. Das „Feuer des Glaubens“ möge für sie nie erlöschen, die Gesellschaft mit Jesus solle ihnen Erfüllung geben, die Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit gewählt hätten. „Das gemeinsame Gebet und die Feier miteinander sind die wahren Social Media“, sagte Bischof Voderholzer.

Die Zeichen des neuen Amtes

Danach erklärten die Diakone ihre Bereitschaft, sich in den Dienst der Kirche nehmen zu lassen und versprachen dem Bischof, ihr Amt in Ehrfurcht und Gehorsam auszuüben. Die Handauflegung mit dem Weihegebet besiegelte die Verpflichtung, ehe die Diakone mit Stola und Dalmatik ausgestattet wurden, als Zeichen dafür, dass sie von nun an die Liturgie ausüben. Schließlich wurde jedem Diakon das Evangeliar überreicht.

Mit dem Pontifikalsegen und dem Te Deum ging der festliche Gottesdienst zu Ende , der vom Pfarrcäcilienverein St. Jakob und Streichern unter der Leitung von Hermann Seitz sowie von Organistin Rosemarie Büchner musikalisch mitgestaltet wurde. Scholaren aus dem Alumnat des Priesterseminars St. Wolfgang in Regensburg sangen die Litanei mit der Anrufung der Heiligen, während die Diakone flach auf dem Boden lagen.

Die neuen Diakone


Stefan Hackenspiel: Für den gebürtigen Chamer war die Diakonweihe ein „Heimspiel“. In der Pfarrei St. Jakob aufgewachsen, wirkte der Sohn des langjährigen Chamer Bürgermeisters Leo Hackenspiel auch gerne als sachkundiger Kirchenführer in seiner Heimat.

Peter Stier: Aus Marching bei Neustadt an der Donau kommt Peter Stier, der sich ebenfalls seit Monaten im Regensburger Priesterseminar auf den Dienst in der Kirche vorbereitet. Seine Heimatpfarrei St. Laurentius ist stolz auf den jungen Diakon.


Daniel Schmid: Der Burglengenfelder ist in der Gemeinde St. Vitus aufgewachsen und war vor seiner Diakonweihe unter anderem als Pfarrpraktikant in Bad Kötzting tätig. Der gelernte Werkzeugmacher ist 34 Jahre alt und „Spätberufener“ für das Amt des Diakons.


Thomas Meier: Der 33-jährige Diakon aus Furth im Wald arbeitete zunächst neun Jahre im gehobenen Justizdienst, ehe er sich für die Arbeit in der Kirche entschied.
Spätestens im Theologiestudium habe er erkannt, dass diese Aufgabe genau richtig für ihn ist.

Florian Frohnhöfer: Der 26-Jährige stammt aus Sulzbach-Rosenberg und war ebenso wie Daniel Schmid als Pfarrpraktikant in Bad Kötzting tätig.
Seine Berufung für den Dienst in der Kirche erkannte er bereits nach dem Abitur, dem ein Theologiestudium folgte.


Aktuelles