Schwester Hilbalda Ferch 85 Jahre alt

Vor kurzem machte Stadtpfarrer Johannes Hofmann zusammen mit einer kleinen Delegation aus der Pfarrei St. Laurentius einen Besuch im Kloster Mallersdorf, um der Neustädter Missionsschwester M. Hilbalda Ferch die Aufwartung zu machen und zum 85. Geburtstag zu gratulieren. Auch alle anderen noch lebenden Schwestern, die einmal in der Pfarrei St. Laurentius in Neustadt an der Donau gewirkt haben, und zwei Mitschwestern, die mit Schwester Hilbalda in Südafrika tätig waren, nahmen an dem Treffen teil.

Schwester Hilbalda freute sich sehr über den Besuch aus ihrer Heimat und genoss es, von ihrer Zeit in Südafrika zu erzählen. Am 2. November 1960 nahmen vier junge Schwestern vom Mutterhaus in Mallersdorf Abschied, um dann mit dem Zug von München nach Venedig zu fahren. Am 3. November stach das Schiff nach Südafrika in See. Die Reise, die durch den Suezkanal und dann an der afrikanischen Ostküste entlangging, dauerte drei Wochen. Am 22. November 1960 legte man in Durban an, wo Bischof Bilgeri aus Eshowe schon ungeduldig auf die Schwestern aus Bayern wartete.

(NB: Bischof Bilgeri, ein Missionsbenediktiber von St. Ottilien war als Waisenkind bei den Mallersdorfer Schwestern im Kinderheim in Memmingen aufgewachsen. Er wollte in seiner südafrikanischen Diözese immer Schwestern, die er in seiner Kindheit und Jugend kennengelernt hatte und denen er viel zu verdanken hatte.)

Mit einem Lastwagen ging es über holprige Wege an das Ziel der Reise.

Schwester Hilbalda sollte künftig 40 Jahre in der Burenstadt Vryheid tätig sein, wo die calvinistisch-protestantische Bevölkerung die Schwestern anfangs ablehnt, ihnen sogar feindselig begegnete. Schwester Hilbalda war Lehrerin in der Nardidi-Convent-Schule und unterrichtete die Kinder der 2. Klasse. Besonders gerne gab sie Werkunterricht bei den Buben. Ihre Begeisterung war ihr beim Erzählen anzusehen. Zudem war sie viele Jahre Oberin des Schwesternkonvents in Vryheid. Nach ihrer Pensionierung siedelte Schwester Hilbalda nach Richards Bay um, einer inzwischen großen Hafenstadt am indischen Ozean, wo die Mallersdorfer Schwestern seit 1978 einen großen Kindergarten führen.


Nach 55 Jahren in der Mission in Südafrika ist Schwester Hilbalda wieder in Mallersdorf. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte sie nach der Feier der diamantenen Profess im Frühsommer 2015 nicht mehr nach Südafrika zurück. „Ich habe es nie bereut, ins Kloster gegangen zu sein,“ sagte die aufgeweckte Ordensfrau anlässlich ihres 85. Geburtstages. „Ich möchte keinen Tag missen!“. Und Schwester Jakobalda, die mit Schwester Hilbalda 1960 nach Südafrika aufgebrochen und mit ihr auch zurückgekehrt ist, pflichtete ihr bei.

Dabei hatte es in jungen Jahren niemald vermutet oder geahnt, dass Anna Ferch, so ihr Mädchen- und Taufname, einmal ins Kloster gehen würde. Süffisant erwähnte sie, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter ihrem Vater eine Frau gesucht habe. Das klappte dann wirklich, und so war der Weg frei, ihrer Berufung nachzugehen und ins Kloster gehen zu können.

Für alle Neustädter Besucher war der Nachmittag bei den Ordenfrauen in Mallersdorf ein großes Erlebnis. Eine besondere Freude war es auch, dass Gemeindereferentin Maria Ganslmeier aus dem Erlös der vergangenen Osterkerzen-Bastelaktion der Firmbewerber den Betrag von € 500,00 an Schwester Hilbalda überreichen konnte. Diese Spende geht an den Kindergarten nach Richards Bay.

Bericht über die Arbeit in Südafrika



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