Aus dem Bericht der MZ vom 05.09.2014

Bewegender Abschied von einem beliebten Pfarrvikar

Pfarrvikar Shijo Augustine Alappattu, Pfarrvikar Bogdan Bogdanowski, Monsignore Johannes Hofmann, Pfarrvikar Joseph Kokkoth
und Pfarrer i.R. Harald Kamhuber beim sehr gut besuchten Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche St Laurentius      Foto: Pfarrei

KIRCHE  Zum Dienst des Priesters gehört das immer neue Aufbrechen an andere Orte, auch wenn es schmerzhaft ist. Joseph Kokkoth wechselt in die Oberpfalz.

NEUSTADT. Es war eine bewegende Feier in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius, als Pfarrvikar Josef Kokkoth sich anlässlich seines Wechsels nach Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf) von den Gläubigen verabschiedete. Am Ende der Abendmesse trat er an den Altar und sprach zu den Menschen. Es waren „Worte aus dem Herzen und nicht von einem Blatt“, wie er es selbst formulierte. Die Sätze des Pfarrvikars ließen keinen der Menschen in der überfüllten St. Laurentius-Kirche kalt.

Pfarrvikar Joseph Kokkoth ist in den letzten zwei Jahren ein Neustädter geworden. Ein echter Neustädter. Nicht nur auf dem Papier, im Personalausweis – vor allem in den Herzen der Menschen dieser Gemeinde. Als er am 17. September 2012 im Pfarrhaus Neustadt ankam, ahnte keiner, dass es nach zwei Jahren so schwer sein würde, ihn wieder ziehen zu lassen. Joseph Kokkoth hat in der Pfarreiengemeinschaft Neustadt-Mühlhausen mit spürbarem Glaubenseifer und engagiertem, gläubigen und humorvollem Einsatz Spuren hinterlassen. Durch seine offene, kontaktfreudige und umgängliche Art hat er in kürzester Zeit die Herzen vieler Menschen gewonnen. Und diese Herzen waren an jenem Abend angerührt, als Joseph Kokkoth sich in der Abendmesse offiziell verabschiedet hat.

Viele hatten Tränen in den Augen, auch der Pfarrvikar selbst, der bei seiner Abschiedsrede immer wieder inne halten musste. Er hielt seine Rede frei, sprach jeden an und vergaß keinen, der ihm in den vergangenen zwei Jahren ans Herz gewachsen ist. Er bedankte sich bei allen Gemeindemitgliedern für die freundliche und offene Aufnahme, als er damals – aus einem ganz anderen Kulturkreis stammend – nach Altbayern gekommen ist. Er bedankte sich bei den offiziellen Gremien der Pfarrgemeinden Neustadt und Mühlhausen, bei den einzelnen Gruppen, besonders bei der Pfarrjugend, den Ministranten und Singgruppen. Er fand Dankesworte für alle Bereiche der Seelsorge: Altenheim, Krankenbesuche, Kindergärten usw. Ein ganz besonderes „Vergelt’s Gott“ richtete er an alle, die im Pfarrhof wohnen und Dienst tun. Im Neustädter Pfarrhof habe er in diesen zwei Jahren eine zweite Heimat gefunden.

Die Dankesworte an Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann hatte sich der Pfarrvikar bis zum Schluss aufgehoben. Nicht ohne Hintergedanken, wie er einräumte: „Diese Worte werden die schwersten. Vielleicht kann ich danach gar nichts mehr sagen. Darum sage ich sie erst zum Schluss.“ Und in der Tat, eine ganz besondere Beziehung ist zwischen Stadtpfarrer Hofmann und Pfarrvikar Kokkoth entstanden. So fielen diese letzten Worte besonders tränenreich aus.

Dass so viele Menschen – aus Neustadt, Mühlhausen, aber auch aus den umliegenden Pfarreien, besonders Münchsmünster und Schwaig, wo er im vergangenen Juli in der Seelsorge ausgeholfen hat – an dem Gottesdienst in einer „gewöhnlichen“ Sonntagabendmesse und danach bei der Begegnung im Pfarrheim teilnahmen, bewies die hohe Wertschätzung, die Joseph Kokkoth hier genießt. Aber zum Dienst des Priesters gehört auch das immer neue Aufbrechen an andere Orte. So geht Joseph Kokkoth seinen Weg als Priester weiter in die Pfarrei Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz. So sehr im Gottesdienst der Abschied überwog, es war zugleich die Vorstellung zweier neuer Pfarrvikare für Neustadt und Mühlhausen.

Joseph Kokkoths direkter Nachfolger heißt Shijo Augustine Alappattu, bislang Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Sattelpeilnstein und Wilting im Landkreis Cham. Er stammt ebenfalls aus Indien. Zusätzlich wird als Pfarrvikar in Neustadt der in Polen geborene Priester Bogdan Bogdanowski wohnen. Er war bisher mehrere Jahre Pfarradministrator von Obersüßbach, Neuhausen und Weihmichl in der Region Landshut.

Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Diözesanleitung in Regensburg dafür, dass Neustadt nach dem Weggang von Pfarrvikar Kokkoth durch diese beiden wieder tatkräftige Unterstützung in der Seelsorge erhält. (jd)


Nach der festlichen Eucharistiefeier wurde Pfarrvikar Joseph Kokkoth im Pfarrheim noch von der Pfarrgemeinde bei einem gemütlichen Beisammensein verabschiedet.






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