Aus dem Bericht der MZ vom 12.08.2015


Mehrtägiges Fest für einen Heiligen

KIRCHE Ein Fest des Glaubens war in diesem Jahr einmal mehr das Patrozinium in der Pfarrei St. Laurentius. 
Die Botschaft: Im Leben braucht es den Blick zum Himmel.


VON JOCHEN DANNENBERG

NEUSTADT. Ein Höhepunkt im Jahreskalender der Pfarrei St. Laurentius war auch heuer wieder die Feier des Patroziniums. Zum Namensfest des Erzdiakons und Märtyrers Laurentius hatte sich am Sonntag eine große feiernde Gemeinde in der Stadtpfarrkirche versammelt, um miteinander festlich Eucharistie zu feiern. Als Hauptzelebrant und Prediger des Festgottesdienstes war Dekan Johannes Plank aus Straubing gekommen. Er absolvierte 2001/2002 sein einjähriges Praktikum im Pastoralkurs in Neustadt und wurde am 29. Juni 2002 zum Priester geweiht.

In seiner ansprechenden Predigt erzählte Johannes Plank von seinem ersten Besuch 2001 in Neustadt, als sich die Statue des Heiligen Laurentius in der noch nicht renovierten Kirche relativ versteckt hinter der inzwischen abgebauten Kanzel befand. Es kam ihm vor, als würde sich Laurentius von der Gemeinde abwenden und aus dem Fenster hinausschauen. Die damalige Pfarrsekretärin Stephanie Kumpfmüller, so berichtete der Prediger süffisant, habe in ihrer  Schlagfertigkeit dem jungen Praktikanten erklärt, Laurentius schaue nicht aus dem Fenster hinaus, er schaue zum Himmel hinauf.

Einst ein Praktikant
Mit der großen Renovierung und Umgestaltung der Stadtpfarrkirche hat die Figur des Diakons Laurentius einen neuen Platz gefunden. Sie steht nun inmitten des Gotteshauses in der Nähe des Taufsteins: Laurentius schaut auf den Taufstein und hat die Menschen im Blick, die durch den Haupteingang in die Kirche kommen. „Beides lehrt uns der Heilige und beides ist Ansporn für eine Gemeinde, die Laurentius als Patron hat: Es braucht den Blick zum Himmel und es braucht den Blick auf die Menschen. Dann wird man dem Anspruch des Evangeliums gerecht“ betonte Johannes Plank.

Mit dem Hauptzelebranten Johannes Plank standen Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann und Pfarrvikar Shijo Alappattu am Altar. Diakon Johannes Faltermeier aus Landshut (im Herbst 1997 für vier Wochen erster Pastoralpraktikant bei Pfarrer Hofmann) assistierte bei der Messfeier, und der neue Jahrespraktikant Florian Rein übernahm Lektoren- und Kantorendienste. Die Ordensschwestern Maria Regis und Annette hatten ihren Urlaub unterbrochen, um das Neustädter Patrozinium mitzufeiern.
Bereits zu Beginn des Festgottesdienstes wurde das neue Fenster über der Orgel, das den Namen „Davids-Krone" trägt, gesegnet. Es wurde von Professor Franz Bernhard Weißhaar geschaffen und reiht sich harmonisch in die neue Kunst ein, die mit der Umgestaltung der Pfarrkirche St. Laurentius in den vergangenen Jahren geschaffen wurde.

Zur Aufführung kamen an diesem Tag die „Festmesse in F" von Wolfgang Mell von Mellenheim, das „Halleluja" aus dem „Messias" von Georg Friedrich Händel sowie weitere Vokal- und Instrumentalwerke. Es musizierten der Kammerchor und das Kammerorchester St. Laurentius unter Leitung von Reinhold Furtmeier, an der Orgel spielte in bewährter Weise Bastian Fuchs.

Nach der Eucharistiefeier traf sich die feiernde Menge im Pfarrheimgarten zum Frühschoppen. Fleißige Helfer von Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und Frauenbund sorgten sich um das leibliche Wohl der Gäste, die lange in froher Runde zusammensaßen und das gute Wetter und die schöne Atmosphäre genossen.

Am Nachmittag kam noch Neupriester Adam Karolczak, der zurzeit im Dekanat Schwandorf eine Urlaubsvertretung übernommen hat, nach Neustadt, um seine Verbundenheit mit seiner Praktikumspfarrei zu zeigen. Er feierte die Vesper mit, zu der sich auch der 2. Bürgermeister der Nachbargemeinde Abensberg, Bernhard Resch, eingefunden hatte.

Fulminanter Auftakt
Begonnen hatte die Feier des Patroziniums bereits am Freitagabend — mit einem fulminanten Auftakt, der Orgelnacht. Die Stadtpfarrkirche St. Laurentius hat mit der inzwischen der vierten Orgelnacht erneut bewiesen, dass sie der perfekte Konzertraum für die Königin der Instrumente ist. In der lauen Sommernacht wurden die über hundert Besucher von einem ansprechenden Programm und einer meisterhaften Darbietung der ausführenden Künstler verzaubert. Kathrin Giehl, Chorleiterin bei den Regensburger Domspatzen, war die künstlerische Leitung dieses Abends anvertraut.


Man spürte eine leidenschaftliche, engagierte und auf hohem Niveau spielende Organistin, die zusammen mit der Sopranistin Veronika Bertsch und den beiden jungen Männerstimmen von Hendrik Schmitz (Tenor) und Peter Lutz (Bariton) großen Applaus erhielt. Waren im ersten Teil des Konzerts vor allem Kompositionen alter Meister zu hören, so wurden im zweiten Teil auch Kompositionen moderner Zeitgenossen zu Gehör gebracht. Die kulinarische Pause zwischen den beiden Programmblöcken im durch Kerzen erleuchteten Garten des Pfarrhofs tat ihr übriges, dass die Orgelnacht 2014 ein unvergesslicher Abend wurde.


Viele Gäste

> Zahlreiche Gäste aus dem öffentlichen Leben waren der Einladung zur Feier des Patroziniums gefolgt. Stadtpfarrer Johannes Hofmann konnte den Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, MdL Martin Neumeyer, den 2. Bürgermeister der Stadt Neustadt, Hans Weber, die Pförringer Bürgermeister Thomas Batz und Marie-Luise Resch sowie die 3. Bürgermeisterin aus Münchsmünster, Georgine Rosenwirth, begrüßen.

> Auch die ehemaligen Neustädter Bürgermeister Gottfried Beck und Hans Bauer waren unter den Mitfeiernden. Die Raiffeisenbank und die Kreissparkasse waren mit ihren Vorstandsvorsitzenden und örtlichen Filialleitern vertreten. Zur großen Familie der Pfarrei gehören auch die Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims St. Josef, die zur Messe gekommen waren. Die kirchlichen Vereine gaben der Feier mit ihren Fahnen und Bannern ein festliches Gepräge.

> Am Montag wurden die Feierlichkeiten fortgesetzt. Unter anderem referierte Dr. Friedrich Fuchs, Kunstexperte der Diözese Regensburg, über die Neustädter Kirchen und ihre wenig bekannten Geheimnisse.


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