Aus der MZ vom 01.07.2016

Priester sind ein Geschenk des Glaubens

Diakon Rein wurde von Bischof Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter zum Priester geweiht.

Von Jochen Dannenberg

Neustadt. Es war ein großer Tag für das gesamte Bistum Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer weihte sieben Männer zu Priestern. Zahlreiche Gläubige und Priester aus der gesamten Diözese waren in die Kathedrale St. Peter gekommen, um mit den sieben Diakonen die Priesterweihe mitzufeiern. Darunter befanden sich zahlreiche Familienangehörige und Freunde, die die Priesteramtskandidaten bei diesem Ereignis begleiten wollten. Zu den Neupriestern gehört auch Florian Rein, der vielen Neustädtern und Mühlhausenern in der Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius und St. Vitus bekannt ist. Der Priesterweihe wohnten deshalb auch zahlreiche Gläubige aus Neustadt und Mühlhausen bei. Angeführt wurde die Gruppe von Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann.
Als einen seiner Konzelebranten – auch Monsignore Hofmann gehörte dazu – begrüßte Bischof Voderholzer besonders Bischof em. Hubert Bucher, der in jungen Jahren als „Fidei donum“-Priester nach Südafrika gegangen ist. Übersetzt bedeutet das: ein „Geschenk des Glaubens“-Priester. Dahinter, so die Erklärung des Bischofs, verberge sich die Tatsache, dass Papst Pius XII. im Jahr 1957 in einer Enzyklika die Bistümer der Weltkirche dazu aufgerufen hatte, Priester nach Afrika zu entsenden und dort in den jungen Kirchen seelsorglich wirken zu können, damit dieser große Kontinent durch die Verkündigung des Evangeliums wachse und reife im Glauben. Bischof Bucher war diesem Aufruf gefolgt und wirkt nun bereits seit vielen Jahrzehnten in der Diözese Bethlehem in Südafrika.

Geschenk des Glaubens
Jeder Priester, so Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt, sei ein Fidei-donum-Priester, ein Glaubens-Geschenk-Priester. Auch die Neupriester zählten dazu. „Jeder Priester ist Fidei-donum-Priester, weil jeder ein Geschenk des Glaubens ist. Ein Geschenk des Glaubens der Eltern, ein Geschenk des Glaubens von guten priesterlichen Vorbildern, ein Geschenk des Glaubens von Pfarrgemeinden und christlichen Gemeinschaften“, rief Bischof Rudolf den Priesteramtskandidaten zu.
„Ich unterstütze Euch, liebe Weihekandidaten und Priester, wenn Sie die Sehnsucht formulieren, dass sie in allererster Linie Seelsorger, Glaubensverkünder sein wollen. Ein wenig Verwaltung, ein wenig Sorge um die irdischen Dinge müssten freilich auch sein. Aber das Allerwichtigste ist die Verkündigung, die Predigt, die Katechese, der Religionsunterricht und die Jugendarbeit. Dass Ihr mit Euren Worten, die von Eurem Leben gedeckt sind, den Glauben verkündet. Evangelisierung ist das Gebot der Stunde. Im Bistum Regensburg habe man noch in vielen Gegenden fast volkskirchliche Situationen und Strukturen. Die neuen Priester könnten damit auf vieles aufbauen“, erklärte der Regensburger Oberhirte.

Glaube ist Antwort
Bischof Voderholzer betonte: „Der Glaube ist nichts, was wir Menschen uns ausgedacht haben und was zur Disposition unserer Überlegungen steht, sondern der Glaube ist unsere Antwort auf göttliches Entgegenkommen. Antwort auf Gottes-Selbst-Erschließung. Glaube ist unsere vom Heiligen Geist ermöglichte und getragene Antwort auf Gottes Offenbarung. Und deshalb ein Geschenk. Priester werde man nicht durch Wahl oder eine demokratische Abstimmung, sondern durch Berufung vom Herrn her und durch die Priesterweihe.“
m Rahmen des Weiheritus traten die sieben Kandidaten einzeln vor den Regensburger Oberhirten und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte sodann gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt und die Kandidaten für würdig befunden wurden, die Weihe zu empfangen. Auf die Weihe durch die Handauflegung des Regensburger Oberhirten folgten daraufhin Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten: Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet, ihre Hände wurden gesalbt.
Aus der Hand des Bischofs erhielten sie Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie. Mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und die anwesenden Priester, endete die Weihehandlung. Im Anschluss feierten die sieben Männer mit Bischof Rudolf und den Gläubigen erstmals als geweihte Priester die Eucharistiefeier. Mit lang anhaltendem Applaus würdigten die Gäste den wichtigen Lebensschritt der neuen Priester an diesem Tage.

Florian Rein wurde im Regensburger Dom
St. Peter von Bischof Rudolf Voderholzer
zum Priester geweiht.
Foto: Bischöfliche Pressestelle




Primiz in der Barockkirche in Engstingen
Engstingen liegt auf der Schwäbischen Alb im Landkreis Reutlingen.




Am 26.Juni 2016 zelebrierte Florian Rein in seiner Heimatgemeinde Engstingen in der Kirche St. Martin den ersten Gottesdienst.



Nachprimiz in Neustadt an der Donau



Am 16. Juli 2016 zelebrierte der Neupriester in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius Nachprimiz. und zugleich feierte der in Neustadt geborerene Domdekan Prälat Anton Wilhelm sein 40-jähriges Priesterjubiläum, er hielt auch die Predigt. Kammerchor und Kammerorchester St. Laurentius gestalteten den Gottesdienst musikalisch. An der Orgel spielte der neue Regionalkantor Joachim Schreiber.


Zum Ende des feierlichen Gottesdienstes spendete der Neupriester den Primizsegen.



Fortsetzung der Feier im Pfarrheim


Anwesende Geistliche bei der Nachprimiz, von links:
Adam Koralczak, Steffen Brinkmann, Maximilian Roeb, Johannes Hofmann, Anton Wilhelm, Florian Rein, Gast aus Paderborn, Sijo Augustine Alappattu

Aktuelles