Glück: Christen müssen Andersdenkende respektieren

Der frühere Landtagspräsident spricht in Neustadt über christliche Werte in der heutigen Zeit – 
rund 70 Gäste interessieren sich für seine Worte.
Von Dr. Peter Wöllauer, MZ
 
Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann (Fünfter v. r.) erklärt Alois Glück die Pfarrkirche. Foto: Wöllauer
Neustadt. Die Glaubensvielfalt und die zahlreichen Formen der Frömmigkeit innerhalb der katholischen Kirche werden nach Meinung von Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, auf dem Katholikentag 2014 in Regensburg deutlich zutage treten. Er steht unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen.“ Es gehe darum, andere Sichtweisen zu respektieren, die auf anderen Werten beruhten.

Eine Reaktion auf die Krisen
Glück war auf Einladung des CSU-Ortsverbandes nach Neustadt gekommen und sprach im Pfarrsaal. Alois Glück zufolge hat er beobachtet, dass es in den rund 50 Jahren seiner politischen Tätigkeit noch nie so viel Nachfrage zum Thema Werte gegeben hat als in den vergangenen fünf Jahren. Er meint, dass dies eine Reaktion auf die Krisen sei. Die Menschen brauchten einen Kompass für ihr Leben, der mehr umfasse als nur den Lebensstandard. „Zwar sagt man, Geld regiert die Welt, doch werden die Geschehnisse von den dominanten Werten gesteuert.“ Der Politiker warnte davor, die Entwicklung der vergangenen Jahre nur negativ als Verfall zu beurteilen. Bedingt durch die technische Entwicklung gebe es mehr Chancen für die Menschen als je zuvor.
Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann
(Dritter v. r.)
erklärt Alois Glück die Pfarrkirche.
 Foto:  
Wöllauer
Es sei zwar in der Zeit des Wachstums der vergangenen Jahrzehnte vieles aus der Balance geraten, doch gebe es ebenfalls einen Zuwachs an Menschlichkeit. Die Gesellschaft integriere Behinderte in noch nie dagewesener Weise.

„Zwar sagt man, Geld regiert die Welt, doch werden die Geschehnisse von den dominanten Werten gesteuert.“ Der Politiker warnte davor, die Entwicklung der vergangenen Jahre nur negativ als Verfall zu beurteilen. Bedingt durch die technische Entwicklung gebe es mehr Chancen für die Menschen als je zuvor. Es sei zwar in der Zeit des Wachstums der vergangenen Jahrzehnte vieles aus der Balance geraten, doch gebe es ebenfalls einen Zuwachs an Menschlichkeit. Die Gesellschaft integriere Behinderte in noch nie dagewesener Weise. Er lobte die Fortschritte der Palliativ- medizin und des Hospizwesens ebenso wie das Engagement für Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften.
Die Gesellschaft sei heute freier und damit anstrengender, da es weniger soziale Kontrolle gebe. Umso wichtiger werde die Steuerfunktion von Werten. Die Herausforderung der heutigen Zeit bestehe darin, eine Lebensweise zu entwickeln, die ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig und gerecht sei. Glück mahnt an, Freiheit und Verantwortung wieder miteinander zu verbinden. So würden Firmen wieder langfristiger und nachhaltiger arbeiten, so wie dies bei Familienunternehmen und Landwirten seit jeher der Fall sei.

Begeisterter Beifall für den Redner
Noch nie waren nach Meinung von Alois Glück die Menschen so sehr auf der Suche. Er meint: „Zentrale Aufgabe der Christen ist es, die Würde des Menschen durchzusetzen.“ Man müsste Respekt vor dem anderen und seinem Anderssein haben. Nur so würden Konflikte vermieden. Der Redner animierte zu ehrenamtlichem Engagement. Zusätzlich mahnte Alois Glück zu Selbstbeschränkung. Zum Schluss wurde er von den zirka 70 Gästen mit begeistertem Befall belohnt.
Fotos:
Franz Schott


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